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Personalmanagement
 

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Auflösungsabgabe, Kündigung, Trennung, Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist für den Staat mit hohen Kosten verbunden. Aus diesem Grund wird ab 2013 künftig eine Auflösungsabgabe eingehoben. Wer sich von einem Mitarbeiter trennt, wird mit einem Betrag von 113 Euro zur Kasse gebeten. 

 

 

Von Emily Walton

Sie haben vor, im neuen Jahr Mitarbeiter aus Ihrem Betrieb zu verabschieden? Vielleicht werden Sie einige Arbeitsverhältnisse gleich zu Jahresbeginn beenden? Dann sollten Sie sich unbedingt über die neu eingeführte Auflösungsabgabe informieren, die 2013 in Kraft tritt. Denn: Ab Jänner hebt der Gesetzgeber für jeden Mitarbeiter, von dem Sie sich als Personalchef trennen, einen Geldbetrag ein, mit dem primären Ziel, mehr Mittel zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen sicherzustellen.

Die pauschale Abgabe liegt im Jahr 2013 bei 113 Euro pro Mitarbeiter – ganz egal, wie alt dieser ist, wie viel er zuletzt verdiente oder wie viele Jahre er im Betrieb beschäftigt war. Tragendes Kriterium für die Auflösungsabgabe ist das Bestehen eines arbeitslosenversicherungspflichtiges Dienstverhältnisses – ob  dieses ein „echtes“ (mit Fixanstellung) oder ein freies Dienstverhältnis war, ist irrelevant. 

Ausnahmen

Für geringfügig Beschäftigte (monatliche Verdienstgrenze 2012: 376,26 Euro) müssen Sie nicht 113 Euro bezahlen. Befreit sind Sie als Arbeitgeber ebenso, wenn Sie ein Dienstverhältnis noch während des Probemonats auflösen. Dies gilt übrigens auch, wenn die Probezeit länger als ein Monat dauert, sofern diese im jeweiligen Kollektivvertrag so angelegt ist. (Geschieht eine einvernehmliche Auflösung nach der Probezeit, kommt die Abgabe allerdings sehr wohl zum Tragen!) Auch bei befristeten Arbeitsverträgen, die nicht länger als sechs Monate andauern, entfällt der Betrag.

Achtung: Aufeinanderfolgende Befristungen werden hier zusammengezählt!  Ist ein Mitarbeiter also für drei Monate bei Ihnen beschäftigt und in der Folge gleich nochmals vier Monate, wird die Sechsmonats-Grenze überschritten und eine Abgabe ist zu bezahlen.

Gut zu wissen: Beschließt ein Arbeitnehmer von selbst zu gehen (Eigenkündigung oder plötzliche Auflösung des Vertragsverhältnisses ohne Grund), werden Sie nicht zur Kasse gebeten. Gleiches gilt, wenn sich der Mitarbeiter etwas zu Schulden hat kommen lassen und Sie ihn in der Folge entlassen. 

Zu den oben genannten Ausnahmeregelungen kommen noch einige weitere Fälle hinzu: Die Auflösungsabgabe wird etwa dann nicht tragend, wenn Lehrverhältnisse oder verpflichtende Berufspraktika aufgelöst werden. Oder wenn der Mitarbeiter innerhalb des Konzerns wechselt. Für Unternehmer, die sich auf Grund von Insolvenz (gemäß §25 der Insolvenzordnung) von ihren Dienstnehmern trennen müssen, fällt ebenso keine Abgabe an. 

Sonderregelung: Alter und Krankheit

Was passiert, wenn das Beschäftigungsverhältnis mit einem älteren Mitarbeiter aufgelöst wird? Grundsätzlich gilt: Wurde das Regelpensionsalter erreicht – hat  eine Frau also das 60. Lebensjahr bzw. ein Mann das 65.Lebensjahr vollendet – muss keine Abgabe entrichtet werden. Ähnliches gilt bei Mitarbeitern, die Anspruch auf Sonderruhegeld haben nach dem Nachtschwerarbeitsgesetz.

Vorsicht: Sie sind nicht automatisch bei jedem älteren Arbeitnehmer von der Abgabe befreit! Es ist unbedingt zu prüfen, ob bei diesem  Mitarbeiter noch Arbeitslosenversicherungspflicht besteht. Falls ja, ist die Abgabe im Beendigungsfall zu entrichten!

Verstirbt der Arbeitnehmer oder tritt ein Fall ein, bei dem er  Anspruch auf Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension hat, müssen Sie als Dienstgeber ebenso keine Abgabe bezahlen. Übrigens: Tritt ein Mitarbeiter – egal welchen Alters – aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma aus, entfällt die Auflösungsabgabe ebenso. Auch gut zu wissen: Scheidet ein Mitarbeiter wegen Nachwuchs aus der Firma aus (gemäß Mutterschutz- oder Väterkarenzgesetz), fällt ebenso keine Abgabe an.

Die Praxis
 
Beenden Sie als Dienstgeber ein Arbeitsverhältnis nach dem 31.12.2012, sind Sie künftig verpflichtet, zu prüfen, ob eine Auflösungsabgabe ansteht oder nicht.  Kommt die Auflösungsabgabe zum Tragen, weil keine der oben angeführten Ausnahmen zutrifft, so ist der Betrag im selben Monat der Auflösung des Dienstverhältnisses fällig.

Sie wird gemeinsam mit den Sozialversicherungsbeiträgen abgerechnet und an die Krankenversicherungsträger abgeführt. Die Gebietskrankenkasse leitet dann die Abgabe an das Arbeitsmarktservice weiter. Die neue Verrechnungsgruppe für die Auflösungsabgabe lautet N80. (Bild: Istockphoto)

 

 
 
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